Die Drucktechnik Risographie im Kulturbereich – von Nina Prader

Nina Prader, Künstlerin, Kulturjournalistin und Autorin spricht mit RISO Marketing Managerin Valerie Fünfgeld über das Phänomen der Risographen, die sich insbesondere im Kulturbereich einer stetig wachsende Fangemeinde erfreuen.

Der Risograph erlebt eine Art Renaissance im Kulturbereich, können Sie sich das erklären?

Die Risographie ist im Kulturbereich schon seit langem eine beliebte Drucktechnik. Das liegt vor allem daran, dass ein Risograph einfach gute Möglichkeiten für kreatives Arbeiten bietet und zum Experimentieren einlädt. Jeder Druck ist anders, einzigartig, hat Charakter. Die Risographie liefert keine 0815-Ergebnisse wie ein normaler Tonerkopierer. Darüber hinaus arbeitet ein Risograph schnell, kostengünstig und umweltschonend. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema Tinte. Unsere Risographen arbeiten mit Tinte auf Sojaöl-Basis, die wir auch in Weiß und fluoreszierenden Farben sowie Metallic-Goldtönen anbieten. Und wem unsere Palette an 21 Standard- und 50 Sonderfarben nicht ausreicht, dem mischen wir auch gerne seinen ganz persönlichen Wunsch-Farbton.

Was macht ihn so attraktiv/ spezial? 

Risographen erscheinen zwar immer so ein bisschen wie die Dinos unter den digitalen Drucksystemen, weil es sie schon seit über 40 Jahren gibt und sich an ihrer Siebdruck-Technik wenig verändert hat. Die Drucker drucken in S/W, je nach Modell können ein oder zwei Farben in einem Durchgang gedruckt werden. Bis heute überzeugen sie allerdings mit ihren Stärken und werden dafür von ihren Besitzern heiß und innig geliebt: schnörkelloses und effizientes Drucken mit bis zu 180 Seiten pro Minute, einfache Bedienung, hohe Zuverlässigkeit und nicht zuletzt die umweltschonende Drucktechnik, ohne Tonerfeinstaub und Ozonentwicklung und mit Tinte auf Sojaöl-Basis. Unsere Risographen sind dazu auch äußerst gutmütig und belastbar: Wir haben Risographen im Markt die über 16 Millionen Seiten produziert haben. Suchen Sie diese Leistung mal bei einem herkömmlichen Toner-Kopiersystem.

Wo findet man den Riso am häufigsten heutzutage noch?

Im Bildungs- und Kultursektor sind unsere Risographen am häufigsten vertreten. In Schulen zählt vor allem, dass man mit RISO schnell, einfach, umweltschonend und günstig drucken kann. Im Kultursektor zählt die manuelle Arbeit, die mit einem Risographen im Gegensatz zu einem herkömmlichen Kopierer noch möglich ist.

Wird sich in Zukunft etwas an der Old-school Technologie verändern? Neue Farben? Technik?

An der umweltschonenden Mastertechnologie wird sich sicher nichts ändern. Sie macht ja den Erfolg dieser Serie aus. Es wird jedoch immer an der Druckqualität gearbeitet. Die Serie der Risographen wird regelmäßig um neue Modellen erweitert. In diesem Jahr um die RISO SF-Serie, deren Neuerungen unter anderem eine wesentliche Verbesserung der Bildqualität ist. Die schwarze Tinte der Risographen wird dann nicht mehr auf Soja-Öl, sondern auf Reiskleie basieren. Der Vorteil dieser Tinte ist, dass sie länger hält und die Ausdrucke nicht so schnell vergilben. Ein weiterer Vorteil: Reiskleie ist ein Abfallprodukt, das bei der Reisproduktion anfällt - also ein extrem ressourcenschonender Rohstoff. Und weil unser japanischer Mutterkonzern RISO Kagaku die Reiskleie direkt vor Ort bezieht, fallen auch lange Transportwege für die Anlieferung der Inhaltsstoffe aus. Das hilft, CO2 zu reduzieren.

Haben Sie ein Lieblingsmodel? Und wieso?

Ich persönlich mag die alten Modelle gerne. Sie laufen seit Jahren ohne nennenswerte Störungen. Ihr Gehäuse ist oft schon fleckig durch den täglichen Einsatz im Betrieb, und es ist kein Ende abzusehen, wann man sie in Rente schickt. Sie sind einfach ein unverzichtbarer Partner im kreativen Prozess und haben keine Allüren. Sie machen tagtäglich das, wofür sie gebaut wurden: Sie drucken und drucken und drucken.

 

Nina Prader ist Künstlerin, Kulturjournalistin und Autorin. Ursprünglich aus Washington D.C., lebt und arbeitet sie in Wien und Berlin. Ihre Werkzeuge sind Texte, Bilder, Comics, Radio und Zines.