Risographie Designerin Petra Saborny (Risographia) im Interview

Risographie Designerin Petra Saborny (Risographia) im Interview

Mein Name ist Petra Saborny. Ich bin Dipl.-Designerin und arbeite als freie Art-Direktorin für unterschiedliche Kunden in den Bereichen Corporate Design, Corporate Publishing, Editorial Design und Exhibition Design.

 

  • Meine beruflichen Stationen bislang waren:
  • Münster (Studium FH Münster, FB Design; Praktika bei Verlagen/Druckereien/Agenturen)
  • London (Pentagram.com / thomas.matthews.com)
  • München (BurdaCreative Group, ELLE/FREUNDIN Magazin, independent medien design)
  • Hamburg (selbstständig tätig und gewerblich: Risographia)

 

In meinem Risographie Druck Studio gebe ich Workshops für Kinder und Erwachsene (www.risographia.de). Die TeilnehmerInnen lernen dabei, selbst Druckvorlagen herzustellen und diese mit meiner Hilfe zu drucken und zu schneiden.

 

Wie lange bist du schon Risographie-Designerin und wie bist du dazu gekommen?

Ich bin Februar 2020, mit dem Kauf meines Risographen (MF9350E), in die Risographie gestartet.

Zuvor war ich Teilnehmerin an RISO Workshops bei Hato Press, London und bei Drucken3000, Berlin. Das nachhaltige Druckverfahren und die tollen Druckergebnisse haben mich so fasziniert, dass ich angefangen habe, zu recherchieren. Dabei entdeckte ich, dass der Hersteller in Hamburg sitzt und habe einfach Kontakt aufgenommen.

Die Coronazeit (mit Lockdowns und vielen Auflagen für Workshops) hat meine Pläne etwas gebremst, aber ich mache einfach weiter.

 

Was hast du vorher gemacht?

Ich war als Designerin für unterschiedliche Kunden tätig, was ich parallel noch immer bin (hauptsächlich im Bereich Corporate Publishing und Brand Design). Die Risographia ist mein zweites Standbein.

 

Was ist typisch für Prints, die in Risographie entstehen?

Der Risograph druckt perfekt unperfekt. Die Überlappung der Farben ist nicht immer 100%ig, was den Charme der RISO Prints ausmacht. Es gibt unendlich viele Gestaltungsmöglichkeiten und tolle Farbkombinationen. Die Farben sind super intensiv. Das Drucken ist viel unkomplizierter als beim Siebdruck. Und nein, man kann keine Stoffe bedrucken - die Frage kommt oft… 

 

Was bietest du bei Risographia genau?

Ich drucke mit großer Freude Kundenaufträge. In erster Linie aber gebe ich Workshops. Die Anfrage ist recht groß. Ich plane gerade meinen Umzug in einen etwas größeren Raum, der gut gelegen ist für anreisende WS-TeilnehmerInnen.

Wer kommt alles zu deinen Workshops?

Da gibt es keine Alters- oder Vorkenntnisbeschränkung. Erwachsene bringen ihre Prints und Ideen mit, aber auch Kindern (ab ca. 7 Jahren) kann Risographie/Druckkunst nahegebracht werden. Die Druckvorlagen werden analog oder digital hergestellt.

Die WS-TeilnehmerInnen können auch mit Vorlagen arbeiten, die ich zur Verfügung stelle (Ausdrucke, Vintage Buchstaben Stempel, etc.). 98% der TeilnehmerInnen gehen total happy nach den Workshops nach Hause. Das freut mich immer sehr!

 

Welcher ist dein RISO und warum hast du dich gerade für ihn entschieden?

Meine MF9350E macht als Zweifarb-Maschine sofort die vielseitigeren, nuancierten Drucke, besonders auf farbigem Papier. Gerade das führt immer wieder zu einem überraschendenden, spannenden Ergebnis, da es die Farben mehr leuchten lässt.

Welche Motive oder Printprojekte setzt du ganz besonders gern um?

Motive aus Kooperation mit anderen DesignerInnen und IllustratorInnen. Ich habe gerade viele neue Projekte angestoßen… bleibt also dran… Gleiches gilt für Vorhaben von GestalterInnen, die in meine Workshops kommen.

 

Woher nimmst du deine Inspiration für Motive und Produkte?

Ich fotografiere viel und stelle daraus Druckvorlagen her (Texturen, meine Kinder/Familie, Städte, Pflanzen, Strand, Meer, Himmel, etc.). Außerdem kombiniere ich oft die Risographie mit Projekten, die ich ohnehin als Designerin entwerfe. Und: ich liebe Schriften und Typographie. Das inspiriert mich immer zu neuen Entwürfen und Drucken.  

 

Welches war bisher dein wichtigsten RISO Projekt?

Auf jeden Fall mein Workshop im September, „Graphics and Grief“ in Kapelle DREI/Friedhof Ohlsdorf! Da ich mich zuvor außerdem selbst ins kalte Wasser geworfen habe mit dem Kauf des Risographen, musste ich mir vieles selber beibringen oder bei lieben KollegInnen erfragen. Das war gut und ich lerne so immer neue tolle Menschen kennen.  Generell haben mich die RISO Workshops am Anfang auch herausgefordert. Ich wollte unbedingt, dass die TeilnehmerInnen happy aus dem Workshop herausgehen.

 

Über welches Feedback zu Risographia und deinen RISO Prints hast du dich besonders gefreut?

TeilnehmerInnen und KundInnen sind oft begeistert und hätten sich die Risographie als Druckverfahren und die Ergebnisse am Anfang nicht so toll vorgestellt, wie sie es dann erleben. Man taucht während eines Workshops so herrlich in die kreative Arbeit ein und vergisst fast alles andere rundherum. Das ist einfach toll, wenn man bedenkt, wie kurz die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen geworden ist.

 

Mit welcher RISO-Farbe arbeitest du am liebsten?
 

Im Moment habe ich acht Farben zur Auswahl: RED, BLACK, YELLOW, AQUA, METALLIC GOLD, FEDERAL BLUE, FLUORECENT ORANGE und STEEL. Ich mag die Farbkombis FLUO ORANGE/STEEL, METALLIC GOLD/BLACK und oft auch andere, je nach Projekt… und mit farbigem Papier hat man noch eine Farbe mehr.

 

Vielen Dank!

 

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